Kunstmuseum Stuttgart – Quartalsprogramm 04-06.2019 / KUBUS Sparda-Kunstpreis

KUBUS. SPARDA-KUNSTPREIS

SINJE DILLENKOFER – PETER GRANSER – ANNETTE KELM – ARMIN LINKE

bis 23. Juni 2019

2019 wird der von der Sparda-Bank Baden-Württemberg und dem Kunstmuseum Stuttgart gemeinsam initiierte Kunstpreis »Kubus« zum vierten Mal vergeben. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. Nominiert wurden in diesem Jahr vier Künstlerinnen und Künstler, die sich dem Medium Fotografie mit vielfältigen Konzepten zuwenden. Neben dem Preis der Jury lobt die Sparda-Bank Baden-Württemberg erneut einen Publikumspreis aus.

Sinje Dillenkofer (*1959 in Neustadt a. d. Weinstraße, DE) legt in ihren Fotografien die Differenzen zwischen Normalität und Absurdität offen. Die Brüche zwischen Realität und Inszenierung verweisen auf das nicht Sichtbare, das über die eigene Bildsprache der Fotografie wahrnehmbar wird.

Seit seinen Aufenthalten in Japan beschäftigt sich Peter Granser (*1971 in Hannover, DE) mit der Verbindung von zeitgenössischer Kunst und japanischem Teezeremoniell. Es verändert den Blick der Betrachter auf die Kunst und schafft ein Bewusstsein für Zeit und Leere.
Der 2015 in Stuttgart gegründete Projektraum ITO wird in der Installation »Zwischen/Raum« fortgeführt.

Die Aufnahmen von Annette Kelm (*1975 in Stuttgart, DE) orientieren sich auf den ersten Blick an den klassischen Genres der Fotografie wie Porträt und Stillleben. Bei genauerem Hinschauen aber verdichten sich ihre Inszenierungen zu Erzählungen. Das Verhältnis von Realität und Repräsentation bleibt offen und verweist die Betrachter auf das Sehen selbst.

Das umfangreiche Bildarchiv von Armin Linke (*1966 in Mailand, IT) bildet die Quelle seiner Recherchen zu unterschiedlichen Formen der fotografischen Repräsentation und Verschränkung von Geschichte und kollektivem Bildgedächtnis. »Image Capital«, ein mit der Fotohistorikerin Estelle Blaschke entwickeltes Langzeitprojekt, befasst sich mit der Vorstellung von Fotografie als Währung in einem digitalen Ökosystem.

| Quartalsprogramm 04-06.2019 – Kunstmuseum Stuttgart (PDF)

| Kunstmuseum Stuttgart

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Fotografien von Antanas Sutkus in den Opelvillen Rüsselsheim – Vernissage am 27. Januar 2019

Antanas Sutkus: Jean-Paul Sartre in Lithuania. Nida 1965
Courtesy: Galerie argus fotokunst, © Antanas Sutkus / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Die Opelvillen würdigen Litauens bekanntesten Fotografen Antanas Sutkus. Der 1939 bei Kaunas geborene Sutkus begann in den 1950er-Jahren, die Menschen seines Heimatlandes Litauen zu fotografieren, und zählt zu den großen humanistischen Fotografen Europas. Kunstpolitischen Doktrinen der Sowjetherrschaft folgte Sutkus nicht, so dass er viele seiner Fotografien erst nach 1990 veröffentlichen konnte. Fotogeschichte schrieb Sutkus auch durch eine Aufnahme von Jean-Paul Sartre. 1965 besuchte der französische Philosoph gemeinsam mit Simone de Beauvoir Litauen und erklärte sich einverstanden, dass Sutkus ihn auf der fünftägigen Reise fotografierte. In Nida auf der Kurischen Nehrung gelang dem jungen Litauer jenes Foto von Sartre, das zur Ikone wurde. Es zeigt den existenzialistischen Schriftsteller beim Streifzug in den Dünen als Diagonale im Raum, gegen den Wind gestemmt, im dunklen Mantel auf hellem Sand.

Die Ausstellung wurde in gemeinsamer Arbeit von Dr. Beate Kemfert und Norbert Bunge kuratiert. Es konnten über 100 Fotografien zusammengetragen weren, mit Leihgaben aus verschiedenen Privatsammlungen.

Vernissage am Sonntag, 27. Januar 2019 um 11 Uhr
Ludwig-Dörfler-Allee 9, 65428 Rüsselsheim
www.opelvillen.de

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Kunstmuseum Stuttgart – Ekstase – Ausstellung bis 24.2.2019

Ekstasen sind so alt wie die Menschheit. Die Ausstellung EKSTASE spürt dem Zustand des Au- ßer-Sich-Seins in seiner kunsthistorischen und der damit verbundenen kulturellen Bedeutungsgeschichte nach und nimmt dabei einige zentrale Themenbereiche in den Blick.

Kunstwerke von der Antike bis in die Gegenwart führen so verschiedene Facetten wie den diony- sischen Kult, die religiöse Verzückung, das orgastische Erleben, den brasilianischen Candomblé oder die drogeninduzierte Ekstase vor Augen. Internationale Künstler_innen thematisieren in ih- ren Werken das Bedürfnis nach Entgrenzung, darunter Marina Abramović, Gian Lorenzo Bernini, Louise Bourgeois, Günter Brus, Lovis Corinth, Rineke Dijkstra, Otto Dix, Marlene Dumas, Ayrson Heráclito, Carsten Höller, Pablo Picasso, Aura Rosenberg, Andy Warhol, La Monte Young, Fran- cisco de Zurbarán u.v.m.

Ekstasen gelten heute gemeinhin als Ausbruch aus dem normierten Alltag. In dieser Auslegung werden sie herbeigesehnt und zugleich abgelehnt. Denn ekstatisches Erleben ist gekennzeichnet von Kontrollverlust und birgt die Gefahr eines aus der Norm fallenden Individuums oder gar Kollektivs. Nicht immer und nicht überall hat dieses Verständnis Bestand. Vielmehr ist die Ekstase eines der ältesten und erstaunlichsten anthropologisch universellen Phänomene, dessen Bewertung sich kontinuierlich verändert und erweitert. Eben darin ist sie für Künstler von ungebrochenem Interesse.


| Kunstmuseum Stuttgart

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