Fotografien von Antanas Sutkus in den Opelvillen Rüsselsheim – Vernissage am 27. Januar 2019

Antanas Sutkus: Jean-Paul Sartre in Lithuania. Nida 1965
Courtesy: Galerie argus fotokunst, © Antanas Sutkus / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Die Opelvillen würdigen Litauens bekanntesten Fotografen Antanas Sutkus. Der 1939 bei Kaunas geborene Sutkus begann in den 1950er-Jahren, die Menschen seines Heimatlandes Litauen zu fotografieren, und zählt zu den großen humanistischen Fotografen Europas. Kunstpolitischen Doktrinen der Sowjetherrschaft folgte Sutkus nicht, so dass er viele seiner Fotografien erst nach 1990 veröffentlichen konnte. Fotogeschichte schrieb Sutkus auch durch eine Aufnahme von Jean-Paul Sartre. 1965 besuchte der französische Philosoph gemeinsam mit Simone de Beauvoir Litauen und erklärte sich einverstanden, dass Sutkus ihn auf der fünftägigen Reise fotografierte. In Nida auf der Kurischen Nehrung gelang dem jungen Litauer jenes Foto von Sartre, das zur Ikone wurde. Es zeigt den existenzialistischen Schriftsteller beim Streifzug in den Dünen als Diagonale im Raum, gegen den Wind gestemmt, im dunklen Mantel auf hellem Sand.

Die Ausstellung wurde in gemeinsamer Arbeit von Dr. Beate Kemfert und Norbert Bunge kuratiert. Es konnten über 100 Fotografien zusammengetragen weren, mit Leihgaben aus verschiedenen Privatsammlungen.

Vernissage am Sonntag, 27. Januar 2019 um 11 Uhr
Ludwig-Dörfler-Allee 9, 65428 Rüsselsheim
www.opelvillen.de

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Kunstmuseum Stuttgart – Ekstase – Ausstellung bis 24.2.2019

Ekstasen sind so alt wie die Menschheit. Die Ausstellung EKSTASE spürt dem Zustand des Au- ßer-Sich-Seins in seiner kunsthistorischen und der damit verbundenen kulturellen Bedeutungsgeschichte nach und nimmt dabei einige zentrale Themenbereiche in den Blick.

Kunstwerke von der Antike bis in die Gegenwart führen so verschiedene Facetten wie den diony- sischen Kult, die religiöse Verzückung, das orgastische Erleben, den brasilianischen Candomblé oder die drogeninduzierte Ekstase vor Augen. Internationale Künstler_innen thematisieren in ih- ren Werken das Bedürfnis nach Entgrenzung, darunter Marina Abramović, Gian Lorenzo Bernini, Louise Bourgeois, Günter Brus, Lovis Corinth, Rineke Dijkstra, Otto Dix, Marlene Dumas, Ayrson Heráclito, Carsten Höller, Pablo Picasso, Aura Rosenberg, Andy Warhol, La Monte Young, Fran- cisco de Zurbarán u.v.m.

Ekstasen gelten heute gemeinhin als Ausbruch aus dem normierten Alltag. In dieser Auslegung werden sie herbeigesehnt und zugleich abgelehnt. Denn ekstatisches Erleben ist gekennzeichnet von Kontrollverlust und birgt die Gefahr eines aus der Norm fallenden Individuums oder gar Kollektivs. Nicht immer und nicht überall hat dieses Verständnis Bestand. Vielmehr ist die Ekstase eines der ältesten und erstaunlichsten anthropologisch universellen Phänomene, dessen Bewertung sich kontinuierlich verändert und erweitert. Eben darin ist sie für Künstler von ungebrochenem Interesse.


| Kunstmuseum Stuttgart

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Sammlung Prinzhorn: Extraordinaire! Werke aus psychiatrischen Einrichtungen in der Schweiz um 1900

AUSSTELLUNG BIS 20. JANUAR 2019

Das künstlerische Schaffen von Anstaltsinsassen um 1900 stößt zunehmend auf öffentliches Interesse, dabei ist bis heute nur ein kleiner Teil der damals entstandenen Werke gesichtet. In einem beispielhaften Projekt der Zürcher Hochschule der Künste wurden von 2006 bis 2014, gefördert durch den Schweizer Nationalfonds, die Sammlungen und Krankenakten von 18 kantonalen Anstalten aus der Zeit um 1900 nach Patientenwerken durchsucht. Die Wanderausstellung „Extraordinaire!“ zeigt eine Auswahl der neu entdeckten Werke und gibt Einblick in weitere Facetten eines ungewöhnlichen Kunstschaffens. Nach Heidelberg ist die Ausstellung vom 9. Februar bis 19. Mai 2019 im Kunstmuseum Thun und vom 8. Juni bis 18. August 2019 im LENTOS Kunstmuseum in Linz zu sehen.

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