Staatsgalerie Stuttgart: Baselitz – Richter – Polke – Kiefer bis 11.8.2019

Staatsgalerie Stuttgart Ausstellung Baselitz - Richter - Polke Kiefer 2019

Die jungen Jahre der Alten Meister

Baselitz, Richter, Polke und Kiefer. Vier Namen aus Deutschland, die in der ganzen Welt bekannt sind. Rund 100 Arbeiten aus dem jeweiligen Frühwerk der Künstler zeigen, wie sie sich mit einer Zeit auseinandersetzten, die geprägt war von Herausforderungen und Umbrüchen, Utopien und Neuorientierungen: die turbulenten und spannenden 1960er-Jahre.

Zwischen Mauerbau und Studentenprotesten nehmen auch Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Anselm Kiefer den Geist der Zeit in ihre frühen Arbeiten mit auf. Obgleich sie sich alle selbst unpolitisch nennen, prägt ihre Kunst vor allem im Ausland bis heute das positive Bild eines neuen, kritischen Deutschlands. Baselitz malt zerrissene, geteilte Helden. Polke und Richter führen die Absurdität und Leere des allseits verlockenden Konsums vor. Anselm Kiefer legt die Wurzeln des sogenannten „Dritten Reiches“ in der deutschen Geschichte offen. Die Werke dieser vier Meister erstmals zusammen in einer Ausstellung zeigen zu dürfen und damit diese wichtige Etappe deutscher Geschichte sichtbar zu machen, ist ein Glücksfall.

Bereits im Foyer der Staatsgalerie werden die Besucherinnen und Besucher mit Schlaglichtern aus Musik, Politik und Alltag auf die 1960er-Jahre eingestimmt. Ein Zeitpanorama ergänzt die Schau um politische, gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse.

Gastkurator Götz Adriani ist dieses Projekt zu verdanken. Der renommierte Kunsthistoriker ist nicht nur ein Weggefährte dieser Generation, sondern auch mit den Protagonisten der Ausstellung freundschaftlich verbunden.


Kuratorenführungen

mit Cäcilia Henrichs M.A., kuratorische Assistentin
Do | 2.5. + 18.7. + 1.8.19 | 18.30 Uhr | 5 € / 2,50 €

Ausstellungsführungen
Do | 18.00 Uhr | 5 € / 2,50 €
Sa | 15.00 Uhr | 5 € / 2,50 €
So | 15.00 Uhr | 5 € / 2,50 €

| Staatsgalerie Stuttgart

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Kunstmuseum Stuttgart – Quartalsprogramm 04-06.2019 / KUBUS Sparda-Kunstpreis

KUBUS. SPARDA-KUNSTPREIS

SINJE DILLENKOFER – PETER GRANSER – ANNETTE KELM – ARMIN LINKE

bis 23. Juni 2019

2019 wird der von der Sparda-Bank Baden-Württemberg und dem Kunstmuseum Stuttgart gemeinsam initiierte Kunstpreis »Kubus« zum vierten Mal vergeben. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. Nominiert wurden in diesem Jahr vier Künstlerinnen und Künstler, die sich dem Medium Fotografie mit vielfältigen Konzepten zuwenden. Neben dem Preis der Jury lobt die Sparda-Bank Baden-Württemberg erneut einen Publikumspreis aus.

Sinje Dillenkofer (*1959 in Neustadt a. d. Weinstraße, DE) legt in ihren Fotografien die Differenzen zwischen Normalität und Absurdität offen. Die Brüche zwischen Realität und Inszenierung verweisen auf das nicht Sichtbare, das über die eigene Bildsprache der Fotografie wahrnehmbar wird.

Seit seinen Aufenthalten in Japan beschäftigt sich Peter Granser (*1971 in Hannover, DE) mit der Verbindung von zeitgenössischer Kunst und japanischem Teezeremoniell. Es verändert den Blick der Betrachter auf die Kunst und schafft ein Bewusstsein für Zeit und Leere.
Der 2015 in Stuttgart gegründete Projektraum ITO wird in der Installation »Zwischen/Raum« fortgeführt.

Die Aufnahmen von Annette Kelm (*1975 in Stuttgart, DE) orientieren sich auf den ersten Blick an den klassischen Genres der Fotografie wie Porträt und Stillleben. Bei genauerem Hinschauen aber verdichten sich ihre Inszenierungen zu Erzählungen. Das Verhältnis von Realität und Repräsentation bleibt offen und verweist die Betrachter auf das Sehen selbst.

Das umfangreiche Bildarchiv von Armin Linke (*1966 in Mailand, IT) bildet die Quelle seiner Recherchen zu unterschiedlichen Formen der fotografischen Repräsentation und Verschränkung von Geschichte und kollektivem Bildgedächtnis. »Image Capital«, ein mit der Fotohistorikerin Estelle Blaschke entwickeltes Langzeitprojekt, befasst sich mit der Vorstellung von Fotografie als Währung in einem digitalen Ökosystem.

| Quartalsprogramm 04-06.2019 – Kunstmuseum Stuttgart (PDF)

| Kunstmuseum Stuttgart

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Fotografien von Antanas Sutkus in den Opelvillen Rüsselsheim – Vernissage am 27. Januar 2019

Antanas Sutkus: Jean-Paul Sartre in Lithuania. Nida 1965
Courtesy: Galerie argus fotokunst, © Antanas Sutkus / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Die Opelvillen würdigen Litauens bekanntesten Fotografen Antanas Sutkus. Der 1939 bei Kaunas geborene Sutkus begann in den 1950er-Jahren, die Menschen seines Heimatlandes Litauen zu fotografieren, und zählt zu den großen humanistischen Fotografen Europas. Kunstpolitischen Doktrinen der Sowjetherrschaft folgte Sutkus nicht, so dass er viele seiner Fotografien erst nach 1990 veröffentlichen konnte. Fotogeschichte schrieb Sutkus auch durch eine Aufnahme von Jean-Paul Sartre. 1965 besuchte der französische Philosoph gemeinsam mit Simone de Beauvoir Litauen und erklärte sich einverstanden, dass Sutkus ihn auf der fünftägigen Reise fotografierte. In Nida auf der Kurischen Nehrung gelang dem jungen Litauer jenes Foto von Sartre, das zur Ikone wurde. Es zeigt den existenzialistischen Schriftsteller beim Streifzug in den Dünen als Diagonale im Raum, gegen den Wind gestemmt, im dunklen Mantel auf hellem Sand.

Die Ausstellung wurde in gemeinsamer Arbeit von Dr. Beate Kemfert und Norbert Bunge kuratiert. Es konnten über 100 Fotografien zusammengetragen weren, mit Leihgaben aus verschiedenen Privatsammlungen.

Vernissage am Sonntag, 27. Januar 2019 um 11 Uhr
Ludwig-Dörfler-Allee 9, 65428 Rüsselsheim
www.opelvillen.de

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