Hans Reffert – Vernissage in der Rudolf Scharpf Galerie in Ludwigshafen – Fotos Schindelbeck

Zehn Jahre nach seinem Tod widmet die Rudolf-Scharpf-Galerie dem Musiker und bildenden Künstler Hans Reffert eine Überblicksausstellung. Sie macht deutlich, dass Refferts künstlerisches Schaffen über seine Rolle als Gitarrist hinausging. Vielen ist er vor allem als prägende Figur der regionalen Rockszene und international als langjähriges Mitglied von Guru Guru bekannt. Die Ausstellung richtet den Blick nun auf sein umfangreiches bildnerisches Werk.

Im Erdgeschoss sind zunächst einige Schwarzweiß-Fotografien von Hans Reffert zu sehen, aufgenommen von Claudia Schäfer: am Schreibtisch, der Künstler im Spiel mit dem eigenen Schatten. Auch Promofotos des jungen Hans Reffert mit Gitarre sind ausgestellt. Sein Wirken als Musiker hat die öffentliche Wahrnehmung des Künstlers Hans Reffert vermutlich stärker geprägt als seine bildnerischen Arbeiten. Passend, dass einige musikalische Weggefährten bei der Vernissage in Ludwigshafen vor Ort waren: Claus Boesser-Ferrari umrahmte die Veranstaltung solo an der Gitarre, außerdem waren Adax Dörsam und Mani Neumeier anwesend, der viele Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit Hans Reffert bei Guru Guru verbindet.

Musik spiegelt sich auch in Hans Refferts Malerei und Zeichnung wider: Überraschend viele Jazzmusiker-Porträts von Rahsaan Roland Kirk bis Sonny Rollins sind zu entdecken, selbst Tracy Chapman findet sich in der Ausstellung. Auffällig ist zugleich, dass Reffert seine eigenen Mitmusiker offenbar nicht porträtiert hat – zumindest sind in der Ausstellung keine bekannten Weggefährten zu sehen.

Besonders stark wirken die freien Arbeiten, inspiriert von Art Brut, aber auch von Künstlern wie Hieronymus Bosch oder Francisco Goya bis hin zu surrealistischen Bildwelten. Seine Zeichnungen tragen eine unverwechselbare eigene Handschrift. Die späteren Werke aus der Phase von 1999 bis 2009, zusammengefasst unter dem Titel „Traum-Archiv“, unterstreichen diese besondere Bildsprache: surreale Frauenfiguren, kontrastreich gezeichnet, eingebettet in ein grotesk-fantastisches Umfeld. Die Bilder wirken, als seien sie tief aus dem Unterbewusstsein hervorgeholt.

Interessant waren auch die Gespräche über Hans Refferts Werk, die René Zechlin mit Dr. Isis Ksiensik und Bernd Köhler führte. Beide zählen zu den engen Weggefährten Refferts. Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Astrid Ihle und Can Cihanbeyli.

Die Ausstellung macht sichtbar, wie eng Musik, Zeichnung und Imagination in Hans Refferts Werk miteinander verbunden waren. Sie zeigt einen Künstler, dessen bildnerisches Schaffen eine eigenständige Wiederentdeckung verdient. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. September zu sehen.

| https://www.wilhelmhack.museum/de/ausstellungen/vorschau/hans-reffert

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