Jazz & The City Salzburg – 16.-20.10.2019

70 Konzerte an fünf Tagen auf 30 Bühnen bei freiem Eintritt. Die Salzburger Altstadt, die von Galerien und Museen über traditionelle Wirtshäuser, Szenetreffs und Hotels in historischen Gebäuden, kleinen Inhaber geführten Geschäften und Handwerksbetrieben alles zu bieten hat, ist vor allem aber eines: unheimlich gut zu Fuß zu erobern! Und das ist eines der herausragenden Merkmale von Jazz & The City – neben der Tatsache, dass sämtliche Konzerte gratis sind – man kann von Konzert zu Konzert wandeln und den bunten Reigen der Musiker aus aller Welt unbeschwert entdecken.

Und wer sich bereits in Festivalstimmung bringen mag, der kann schon jetzt durch die Website www.salzburgjazz.com oder die gratis Festival APP „Jazz & The City“ stöbern. Über 30 bestätigte Bands machen die Bandbreite des Festivals deutlich: Da ist der jüdische Iraki Dudu Tassa, der gleich mehrere Konzerte bestreitet, darunter den Eröffnungsabend zusammen mit den Freaks der belgischen Bigband “Flat Earth Society”. Klarinettist Rolf Kühn feiert als quicklebendige Jazzlegende seinen 90sten Geburtstag mit Konzert und Kinoprogramm. Der finnische Gitarrist Jarmo Saari bringt gleich drei Schlagzeuger mit und das Hamburger Jazzlab seine „Rocket Men“.

Viele Frauen im Programm

Lucia Cadotsch, die schon im letzten Jahr begeisterte, bringt diesmal LIUN & The Science Fiction Band mit, Bassgitarristin und Sängerin Rahel Debebe-Dessalegne tritt mit ihrer Band „Hejira“ auf. Aus den USA kommt Sängerin Somi, aus der Schweiz Pianistin Marie Kruttli und ihre Landsfrau Elina Duni. Und wer sich im letzten Jahr noch nicht in die experimentelle Sängerin Almut Kühne verliebt hat, bekommt in diesem Jahr erneut die Chance, wenn sie den kompletten Festivalzeitraum gastiert. Dies tut auch zum wiederholten Male der norwegische Gitarrist Stian Westerhus, der unter anderem mit “Splashgirl” aus Oslo, die für elektroakustischen „Drone Jazz“ stehen, auf der großen Bühne in der SZENE spielen wird.

Almut Kühne - Foto: Frank Schindelbeck

Ansonsten wird man sich auch als Musiker in diesen Tagen tummeln, denn wer die letzten Jahre dieses Festivals verfolgt hat, weiß vor allem eines – hier reisen Künstler in die Stadt, um anzukommen. Fast sämtliche Künstler des Festivals sind für mehrere Tage da, nicht nur, um an unterschiedlichen Orten zu spielen, sondern auch, um die beliebten Blind Date Konzerte, Sessions, Klangspaziergänge und Workshops mit zu gestalten. Tina Heine: „Mir ist es wichtig, dass das Festival Freiräume bietet, Raum für spontane musikalische oder interdisziplinäre Begegnungen schafft, und dass wir gemeinsam mit den Künstlern die Stadt ins Visier nehmen, um den Besuchern mehr zu bieten als reine Frontalbespielungen.“

Die bisher bestätigten Künstler:

Almut Kühne | Flat Earth Society| Silent Witness | James Brandon Lewis | Welten | Rocket Men | Christopher Dell | Dudu Tassa & The Kuwaitis | Splashgirl | Stian Westerhus | Nubyan Twist | Little Rosies Kindergarten | Hofmaninger Schwarz Duo | Euroradio Jazz Orchestra | Elina Duni & Jakob Luft | Liun & The Science Fiction Band | 5/8erl in Ehr´n | Botticelli Baby | 5K HD | Pedro Melo Alves | Rolf Kühn | Lotus Eaters | Forq | Mari Kruttli Trio | Schmieds Puls | Branko Galoić & Francisco Cordovil | Somi | Hejira | Jesper Munk | Velvet Revolution | Elliot Galvin & Binker Golding | Jarmo Saari | Y-Otis | Echoboomer | Theo Crocker

| Jazz & The City

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»Kubus« 2019 geht an Armin Linke

Der mit 20.000 Euro dotierte Kunstpreis »Kubus« wurde 2013 gemeinsam mit der Sparda-Bank Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Seither wird er im Zwei-Jahres-Rhythmus verliehen. Mit der Auszeichnung wird eine   herausragende Leistung im Bereich der Bildenden Kunst anerkannt. Die diesjährige Ausstellung »Kubus. Sparda-Kunstpreis« steht unter dem Schwerpunkt »Künstlerische Fotografie«.

Armin Linke erhält 2019 den Sparda-Kunstpreis »Kubus«. Das entschied eine Jury, die sich aus Vertreter_innen der Sparda-Bank Baden-Württemberg und ihrer Kunststiftung, Bernd Klink und Martin Buch, des Kunstmuseum Stuttgart, Ulrike Groos und Sabine Gruber, Thomas Seelig, Leiter der fotografischen Sammlung des Museum Folkwang in Essen, der Filmregisseurin Wiltrud Baier (Brot und Böller, Stuttgart) sowie dem Intendanten des Schauspiel Stuttgart, Burkhard C. Kosminski, zusammensetzte. Linkes Arbeiten werden seit 23. März 2019 in einer Gruppenausstellung mit den ebenfalls Nominierten Sinje Dillenkofer, Peter Granser und Annette Kelm im Kunstmuseum Stuttgart gezeigt.

Die Begründung der Jury lautet: »Armin Linke gibt im Kunstmuseum Stuttgart erstmals Einblick in das gemeinsam mit der Fotohistorikerin Estelle Blaschke entwickelte Projekt »Image Capital«. Das eigens für die Räume des Kunstmuseum Stuttgart konzipierte Display erweist sich dabei als ortspezifische Installation von experimentellem Charakter, die das Medium der Fotografie in besonderer Weise reflektiert. Digitale Technologien haben das Wesen der Fotografie radikal verändert. Weltweit kursieren Millionen von Bildern, die archiviert, kontrolliert und kommerziell verwertet werden. Sie speichern Informationen über die Welt, die sie abbilden und dienen neuesten Entwicklungen wie maschinellem Sehen und künstlicher Intelligenz als eine Art Rohstoff. Im Rückgriff auf die Geschichte und Entwicklung der Fotografie, die in Bild, Text und Film anschaulich nachgezeichnet wird, erweist sich das künstlerische Konzept als Schlüssel zur Lesbarkeit von Gegenwart und Zukunft.«

Armin Linke (*1966 in Mailand, IT, lebt und arbeitet in Berlin, DE) war Professor für künstlerische Fotografie, u.a. an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und Forschungsmitglied am Massachusetts Institute of Technology, USA. Er befasst sich mit den politischen, kulturellen und technologischen Einschreibungen in unsere natürliche und urbane Umwelt. Sein umfangreiches Bildarchiv bildet den Ausgangspunkt für seine Recherchen zu unterschiedlichen Formen der fotografischen Repräsentation und Verschränkung von Geschichte und kollektivem Bildgedächtnis. Für »Image Capital« hat Linke mit Estelle Blaschke kooperiert, deren wissenschaftlichen Untersuchungen den Ausgangspunkt für die Arbeit bilden. Die Fotohistorikerin hat sich in ihrem Forschungsprojekt mit der 1936 von Otto Bettmann gegründeten Bildagentur beschäftigt, die 1995 in das Fotoarchiv und Fotodistributionsunternehmen Corbis einging und seit 2016 zu einem Unternehmen der chinesischen Visual China Group gehört. »Ich freue mich zusammen mit Estelle Blaschke sehr über die Auszeichnung«, so Armin Linke, »und widme diese meinen Mitaspiranten Sinje Dillenkofer, Peter Granser und Annette Kelm. Wir sind bereits im Vorfeld der Juryentscheidung übereingekommen, dass wir den Preis teilen werden – als Ausdruck künstlerischer und kollegialer Wertschätzung.«

Informationen zur Ausstellung »Kubus. Sparda-Kunstpreis«: kubus-kunstpreis.de

| kunstmuseum-stuttgart.de.

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Kathrin-Preis – Verleihung an Joss Turnbull am 24. Mai 2019 in Darmstadt

Joss Turnbull wird mit dem „Kathrin-Preis / Kathrin Lemke Scholarship for Young Jazz Improvisers“ 2019 ausgezeichnet. Der Preis ist nach der 2016 im Alter von nur 44 Jahren verstorbenen Berliner Jazz-Saxofonistin Kathrin Lemke benannt.

Das Preisträgerkonzert findet mit folgender Besetzung statt:

Joss Turnbull | Zarb, Electronics
Léa Roger | Harfe, Stimme, Electronics
Naranbaatar Purevdorj | Ikh Khuur, Obertongesang
Pablo Giw | Trompete, Electronics
Philip Zoubek | Klavier

Kathrin Lemke - Photo: Frank Schindelbeck Jazzfotografie

Gemeinsam mit Kathrin Lemkes Mutter stiftet das Jazzinstitut Darmstadt in Kooperation mit der Zeitschrift JAZZTHETIK und dem Internetportal jazzpages.de die Auszeichnung, die künftig alle zwei Jahre in Form einer vollfinanzierten, einwöchigen Werkstattphase in Darmstadt gewährt wird.

Die Workshopwoche des ersten Kathrin-Preises findet vom 20. bis 24. Mai 2019 statt. Den Abschluss bildet die offizielle Verleihung während des Preisträgerkonzerts am 24. Mai 2019 im neuen Musikclub 806qm auf dem Gelände der TU Darmstadt.

„Unterschiedliches vereinen – Gegensätze zulassen“ ist der feste Vorsatz des Perkussionisten Joss Turnbull, der in diversen Projekten den Kontakt mit Musiker*innen  aus anderen Kulturkreisen sucht. Dabei stellen sich ihm elementare Fragen: Was kann Musik leisten? Was passiert, wenn unterschiedliche musikalische Traditionen gleichzeitig bestehen? Können sie das überhaupt?

Turnbull will in seiner Werkstattwoche in Darmstadt das Spannungsfeld einer improvisatorischen Praxis, die auf ganz verschiedenen Grundlagen basiert ausloten. Er hat dazu eine Reihe Kolleg*innen eingeladen, um mit ihnen arbeiten, spielen, diskutieren, Gemeinsamkeiten genauso wie Unterschiede zu erkunden. Am Ende wird ein Konzert stehen, in dem all das, was da eine Woche über verhandelt wurde, hörbar wird: mit Stimmen unterschiedlichster Hintergründe, aber ganz aus dem Geist des Jazz.

| Jazzinstitut Darmstadt
| Kathrin-Preis.de
| Über den Kathrin-Preis auf den Jazzpages – Jazz in Deutschland

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