Cindy Sherman mit Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt bedacht

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig hat am Dienstag, 12. Februar, den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt an die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman verliehen. Im Kaisersaal des Frankfurter Römers wurde Cindy Sherman de mit 50.000 Euro dotierte Preis für ihr Lebenswerk vor rund 250 geladenen Gästen aus Politik, Kultur und Gesellschaft übergeben. Sie trug sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt ein.

Cindy Sherman gilt als Schlüsselfigur der konzeptuellen Fotografie. In ihrem Werk verhandelt sie die Repräsentation der Frau in einer von Konsum und Medientechnologie getriebenen Gesellschaft und hinterfragt tradierte, vor allem männlich geprägte Sehgewohnheiten und einen nicht selten voyeuristischen Blick auf die Frau.

Kulturdezernentin Hartwig dankte den Kuratoriumsmitgliedern für ihre hervorragende Entscheidung: „Die Wahl der Jury, den Max-Beckmann-Preis der amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman zu verleihen, ist nicht nur die Würdigung ihres Werkes, das mit seiner Bildsprache bahnbrechend ist, sondern es bedeutet auch die Verbindung von Europa nach Amerika zu halten. Cindy Sherman kommt aus New York zu uns, Max Beckmann musste die Alte Welt verlassen, um in eben dieser Millionenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg dauerhaft Exil zu finden. Er hat als Künstler über die Grenzen hinaus den Grundstein für Frankfurt als Stadt der Künste gelegt. Diese Preisverleihung ist gleichzeitig ein Bekenntnis zur traditionellen deutsch-amerikanischen Freundschaft und Wertegemeinschaft in diesen politisch schwierigen Zeiten – eine Wertegemeinschaft, zu der nicht nur Meinungsfreiheit zählt, sondern auch über alle Schranken hinweg die Freiheit der Künste.“

Die Laudatio hielt der Kunstkritiker und Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Kolja Reichert, der in seiner Rede das Werk und Wirken Shermans charakterisierte: „Cindy Sherman hat sich nicht nur über die Kultur lustig gemacht. Sie hat sie verändert. Sie hat uns das Gegengift geschenkt gegen alles Falsche, alle irreführenden Illusionen, gegen die Manipulation durch Bilder, gegen die Objektivierung des weiblichen Körpers, gegen die Einschüchterung durch Luxus, Reichtum und Glamour. Sie verwirrt uns mit ihren rätselhaften Bildern, an denen das Rätselhafteste ist, dass in ihnen nichts rätselhaft ist, weil alles offen daliegt“, so Reichert. „Das ist die Bedrohung, die von ihren Bildern ausgeht: Sie sind wie Laufmaschen, von denen aus sich die gewohnte Welt auftrennen könnte.“

Cindy Sherman sprach im Anschluss zu den Gästen und dem versammelten Kuratorium im Kaisersaal und bedankte sich für die Auszeichnung der Stadt Frankfurt am Tag des Geburtstages von Max Beckmann: „Es ist eine große Ehre für mich hier zu sein und den Preis entgegen nehmen zu dürfen. Max Beckmann hatte einen großen Einfluss auf mich und meine Arbeit! Herzlichen Glückwunsch Max Beckmann.“ Max Beckmann, der von 1925 bis 1933 als Künstler und Lehrer an der Städelschule gearbeitet hat, gehört zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts. Ihm zu Ehren hat die Stadt 1976 den nach ihm benannten Preis eingerichtet, der im drei Jahres Turnus verliehen wird. Mit dem Preis ehrt die Stadt hervorragende Leistungen in den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei und Architektur.

Weitere Informationen unter https://www.fkv.de/press/max-beckmann-preis/

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Radiale - Kultur im Kreis Ausschreibung

Radiale Kunst im Kreis – Ausschreibung 2019

„Radiale – Kunst im Kreis“ wird als Projekt zur Förderung der regionalen Kunstszene und zur Information an die interessierte Öffentlichkeit durchgeführt. Das Förderanliegen zielt auf eine Vermittlung herausragender individueller künstlerischer Leistungen in allen Gestaltungsbereichen der bildnerischen Medien (auch installativer Arbeiten) der regionalen Kunstszene. Erreicht werden soll dies mit Gruppenausstellungen der von einer Fachjury aus den eingegangenen Bewerbungen ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern sowie einer vielen Ansprüchen gerecht werdenden Katalogpublikation.

Teilnahmebedingungen:

  1.  Bewerben können sich Künstlerinnen und Künstler aller Gattungen, die ihren Wohnsitz oder ihr Atelier in der Metropolregion Rhein-Neckar (Kreis Bergstraße, Neckar-Odenwald-Kreis, Rhein-Neckar-Kreis, Rhein-Pfalz-Kreis, Landkreise Bad Dürkheim, Germersheim, Südliche Weinstraße, Stadtkreise Frankenthal, Heidelberg, Landau, Ludwigshafen, Mannheim, Neustadt a. d. Weinstraße, Speyer, Worms) haben.
  2.  Bewerbungsschluss ist der 03.05.2019.
  3.  Mit ihrer Bewerbung akzeptieren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Teilnahmebedingungen und erklären sich einverstanden mit:
  • Teilnahme am Ausstellungsprojekt „Radiale – Kunst im Kreis“ (Ausstellung und Katalog: 2020, Vorbereitung: 2019).
  • Kostenlose Veröffentlichung ihrer Kunstwerke, der präsentierten Texte und des Atelier-/Künstlerportraits im Rahmen von„Radiale – Kunst im Kreis“, z. B. in der Ausstellung, in der Presse, im Internet und im Katalog.

Konzeption:

  • Konzeptionelle Entwicklung von vier Gruppenausstellungen an vier verschiedenen Orten im Rhein-Neckar-Kreis.
  • Zuordnung der Künstlerinnen und Künstler zu dem jeweiligen Ausstellungsort durch die Fachjury.
  • Zeitfenster: April – Juni 2020.
  •  Ausstellungsdauer: pro Ort ca. 6 Wochen.
  •  Die kuratorische Verantwortung für die jeweilige ortsspezifische Präsentation liegt bei je einem Jury-Mitglied.
  • Einbeziehung der Künstlerinnen und Künstler in die konzeptionelle Entwicklung.
  •  Die Ausstellungspräsentation ist nicht auf die zur Jurierung eingereichten Arbeiten beschränkt.
  • Es besteht die Möglichkeit, eine unmittelbar auf die Ausstellung und ihre räumlichen Gestaltungsmöglichkeiten bezogene Arbeit zu entwickeln und zur Präsentation zu bringen.
  • Der Katalog ist als mehrteilige Publikation in Schuberfassung konzipiert:
  • In Einzelkatalogen der Künstlerinnen und Künstler werden die individuellen
  • Werkkonzepte per Text und Bild dargestellt.

Bewerbungsunterlagen:

Für die Bewerbung sind folgende Unterlagen erforderlich

  1. Online-Bewerbungsbogen mit Angaben zur Person und künstlerischem Lebenslauf (direkt auszufüllen unter www.kultur-im-kreis.net/kunst).
  2. Anschauungsmaterialien zur aktuellen künstlerischen Arbeit, max. sechs Arbeiten.
  3. Einreichung ausschließlich in elektronischer Form als Zip-Datei. Die maximale Dateigröße beträgt 10 MB (es werden keine Originale angenommen).

Jurierung:

1. Die Jury trifft ihre Entscheidung Ende Mai 2019.

2. Die Fachjury setzt sich aus folgenden Personen zusammen:

• Dr. Hans-Jürgen Buderer, ehem. Direktor Kunst- und Kulturgeschichte der Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim (Kurator)

• Prof. Hans Gercke, ehem. Direktor des Heidelberger Kunstvereins, Heidelberg (Kurator)

• Julia Philippi, Galeristin, Zeitgenössische Kunst, Dossenheim und Kreisrätin des Rhein-Neckar-Kreises (Kuratorin)

• Barbara Auer, Direktorin Kunstverein Ludwigshafen (Kuratorin)

• Jutta Steudle, Mannheim (Künstlerin)

Noch Fragen?

gisela.hoffmann@rhein-neckar-kreis.de, Telefon 06221/522 1771 oder anja.sauer@rhein-neckar-kreis.de, 06221/ 522 1356

| www.kultur-im-kreis.net/kunst

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Nikola Hillebrand gewinnt Internationalen Gesangswettbewerb „Das Lied“ in Heidelberg

Die 26-jährige Sopranistin Nikola Hillebrand aus Deutschland ist Siegerin des diesjährigen Internationalen Gesangswettbewerbs „Das Lied“. Neben einem Preisgeld von 15 000 Euro (gestiftet von der Manfred Lautenschläger-Stiftung) ist der 1. Preis verbunden mit mehreren Konzertauftritten bei renommierten Konzertveranstaltern und Musikfestivals sowie einer professionellen Produktion in einem Rundfunkstudio, ermöglicht durch SWR2. Der von Gesangslegende Thomas Quasthoff gegründete Gesangswettbewerb zählt zu den wichtigsten weltweit und fand dieses Jahr zum zweiten Mal in Heidelberg statt, unter dem Dach des Internationalen Liedzentrums des „Heidelberger Frühling“.

Den 2. Preis in Höhe von 10 000 Euro teilen sich die 25-jährige Mezzosopranistin Yajie Zhang aus China und der 26-jährige Bariton Konstantin Krimmel aus Deutschland. Konstantin Krimmel erhielt ebenso den Publikumspreis in Höhe von 2 000 Euro. Der 3. Preis in Höhe von 5 000 Euro ging an den 25-jährigen Bariton Michael Rakotoarivony aus Madagaskar. Den Förderpreis in Höhe von 2 500 Euro (gestiftet vom Freundeskreis Heidelberger Frühling e.V.) erhielt der 26-jährige Bass-Bariton Jeeyoung Lim aus Südkorea. Als bester Pianist des Wettbewerbs und mit 5 000 Euro Preisgeld wurde in Abwesenheit der 29-jährige Pianist Matthew Fletcher aus Großbritannien ausgezeichnet.

70 junge Sängerinnen und Sänger und 51 Pianistinnen und Pianisten aus aller Welt hatten sich zur Teilnahme beworben. Davon traten nach einer Vorauswahl 25 Duos aus 21 Nationen in Heidelberg an. Zur Jury unter Vorsitz von Thomas Quasthoff gehörten die Sopranistinnen Juliane Banse und Charlotte Lehmann, Lied-Pianist Malcolm Martineau, Lied-Professor Richard Stokes, die Künstleragentin Helga Machreich sowie die Intendanten John Gilhooly (Wigmore Hall London) und Thorsten Schmidt (Heidelberger Frühling).

Neben interessiertem Publikum besuchten auch zahlreiche Talentscouts den Wettbewerb, unter anderem vom Festspielhaus Baden-Baden, Schloss Elmau, Musikverein Graz, Hidalgo-Festival München, der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart oder aus der Schweiz, Tschechien und den Niederlanden. Eine besondere Ehre für alle Mitwirkenden war die Anwesenheit von Martina Killmayer beim Wettbewerbsfinale, der Witwe des Komponisten Wilhelm Killmayer, dessen Lieder zum Wettbewerbsrepertoire gehörten.

Der Livestream des Wettbewerbs verzeichnete mehr als 10 000 Aufrufe. Videoaufzeichnungen aller Wettbewerbsbeiträge sind unter www.das-lied.com zu finden.