Vormwald - Flying Black Man

Gerhard Vormwald Ausstellung im ZEPHYR – Raum für Fotografie Mannheim 14.4.-30.6.2019

Gerhard Vormwald, (*Heidelberg 1948 † Paris, 2016) arbeitete ursprünglich in Mannheim als Fotograf und erlangte internationale Beachtung. Seine kommerziell erfolgreichste Zeit hatte er zwischen den späten siebziger Jahren in Mannheim und den beginnenden 1990ern in Paris. Charakteristisch sind seine Fotos, bei denen er mittels verschiedener Apparaturen in seinem Atelier einsetzte, mit denen er scheinbar die Grenzen der Physik aufhob.

Drei Jahre nach seinem Tod macht sich ZEPHYR – Raum für Fotografie an eine Neubetrachtung und -bewertung seines Werkes. Die Ausstellung Gerhard Vormwald stellt einen ungewöhnlichen Künstler vor, der „als akribischer Tüftler mit Freude Regeln und Naturgesetze in Frage stellte und jenseits des Mainstreams als Künstler und kommerzieller Fotograf Erfolg hatte“.

Vormwald absolvierte ein Kunststudium an der Freien Akademie Mannheim und war Meisterschüler bei Prof. Hans Nagel. Später war er Fotograf am Nationaltheater Mannheim, bevor er sich mit einem eigenem Studio in Mannheim selbständig machte. 1982 übersiedelte er nach Paris und wurde zu einem der erfolgreichsten Werbefotografen seiner Zeit.

In den 1990er Jahren zog er sich von der Werbung zurück, verfolgte seine künstlerischen Arbeiten alledings mit Nachdruck weiter, und hatte bis 2013 eine Professur an der Hochschule Düsseldorf inne.

Er ver

Die Ausstellung wird in der Schatzkammer des Museums Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen gezeigt.

Begleitprogramm zur Ausstellung Gerhard Vormwald

06.05. 19 Uhr Studio VORMWALD

Wie war das in Gerhard Vormwalds berühmten Studios in Mannheim oder Paris?  Seine ehemaligen Mitarbeiter Thomas Petri, Jacob Ruhnau und Angelika Weimer sowie Franz Epping vom „STERN“ erzählen von ihrem Leben im und mit dem Studio VORMWALD in Mannheim und Paris.

12.05. 16 Uhr Michael Koetzle: Vom Eiffelturm bis La Defense, Paris in der Fotografie von 1899 bis heute

Der Vortrag des Münchner Publizisten Hans-Michael Koetzle skizziert vor dem Hintergrund historischer Gegebenheiten die wichtigsten Positionen in der fotografischen Auseinandersetzung mit Paris – von der Belle Époque bis zur postmodernen Gegenwart.

17.05. 19 Uhr PD Dr. Andrea Gnam: Verwegene Bauten, Hommage an die Provinz. Vormwalds französische Architektur-Capriccios

Andrea Gnam zählt zu den besten Kennern des Werks von Gerhard Vormwald. In ihrem Vortrag spricht sie über die extravaganten und bezaubernden Architekturphantasien Vormwalds. Diese halten unterhaltsam und mit leichter Hand unserem Bau und Ordnungswahn den Spiegel vor.

22.05. 19 Uhr Claude Sui und Thomas Schirmböck: Gaston Paris und Gerhard Vormwald in Paris

Die Kuratoren der Ausstellungen Gerhard VORMWALD und „Gaston Paris“ erzählen vom Zustandekommen der Ausstellungen und führen durch die verschiedenen Bilderwelten.

27.05. 19 Uhr Angelika und Markus Hartmann: Über die allmähliche Verfertigung der Ideen beim Büchermachen

Die Verleger Angelika und Markus Hartmann gehört mit ihrem Verlag Hartmann Books zu den spannendsten jungen Verlagen in Deutschland. Viele Jahre hatte Markus Hartmann das Programm von Hatje Cantz verantwortet, heute gewinnen ihre Bücher Preise. Sie sind formal wie inhaltlich herausragend und Hartmann ein exzellenter Kenner der internationalen Fotografie und ein Virtuose des „Schöne Bücher Machens“. Hören wir ihnen zu.

Weitere Termine und Informationen auf der Webseite www.zephyr-mannheim.com

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„Heidelberger Frühling“ beginnt am 16. März 2019

„Heidelberger Frühling“ 2019 unter dem Leitgedanken „Wie wollen wir leben?“ – ab 16. März

Multimediales Musiktheater „Castor&&Pollux“ erfährt als größtes Eigenprojekt des Festivals seine Uraufführung

„Wie wollen wir leben?“ lautet 2019 der Leitgedanke des „Heidelberger Frühling“. In der 23. Saison des internationalen Musikfestivals stehen vom 16. März bis zum 14. April erneut über 100 Veranstaltungen in 14 Spielstätten auf dem Programm. Der Leitgedanke setzt die 2017 mit „In der Fremde“ begonnene und 2018 mit „Eigen-Arten“ fortgesetzte Trilogie zu Kernmotiven der Aufklärung fort. Die Frage nach der Zukunft steht im Mittelpunkt und wie ein jeder diese für sich und in Gemeinschaft gestalten kann. Es geht dem Festival nicht darum, Antworten zu geben, sondern Fragen zu stellen und einen Diskurs anzustoßen. Über Kunst anregen, Zukunft aktiv zu gestalten – das ist der öffentliche Auftrag, dem sich der „Heidelberger Frühling“ verschrieben hat.

Das multimediale Musiktheater „Castor&&Pollux“ über Liebe und Unsterblichkeit ist die größte Eigenproduktion seit Bestehen des Festivals 1997, die Uraufführung ist am 2. April in der Alten Aula der Universität Heidelberg. Die Produktion setzt sich durch die Verwebung zweier Mythen – dem der griechischen Antike und dem der futuristischen Utopie des Transhumanismus – mit der Vision der menschlichen Unsterblichkeit auseinander. Die gleichnamige Barockoper von Jean-Philippe Rameau trifft auf ein interaktives „4DSOUND“-System, Mensch auf Maschine, antiker Mythos auf Posthumanes Zeitalter. Die Produktion ist aus dem festivaleigenen „LAB“ entstanden, das seit 2017 jungen Kreativschaffenden Raum für Ideen und Visionen gibt, um die Zukunft der musikalischen Aufführung zu gestalten. „Castor&&Pollux“ folgt dem Libretto und der Inszenierung von Lisa Charlotte Friederich und vereint Jean-Philippe Rameaus Musik mit der Neukomposition von Lukas Rehm und dessen Videoarbeiten, die monumentale Bildwelten mit Interviewsequenzen zu den Zukunftsprognosen von Ray Kurzweil (Entwicklungschef von Google) verschränken. Gemeinsam mit der Dramaturgie von Jim Igor Kallenberg, The Rossetti Players unter der Leitung von Barbara Konrad und Eugène Michaelangeli und einem internationalen Vokalensemble entsteht so auf der Bühne des begehbaren „4DSOUND“-Raumklangsystem ein multi-mediales Musiktheater. Zu „Castor&&Pollux“ wird ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten, u.a. die Vortragsreihe „Future Talks“ mit Wissenschaftsköpfen der Universität Heidelberg. Zur Derniere am 7. April wird der Philosoph und Karl Marx Preisträger Fahim Amir sprechen.

Prominent besetzt sind auch weitere Vorträge während des Festivals: Aleida Assmann, Ägyptologin, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, spricht am 17. März in der Festival-Eröffnungsmatinee zur Frage „Wie wollen wir miteinander leben?“. Der Ägyptologe Jan Assmann ist am 24. März zu Gast bei der Podiumsdiskussion über die Aktualität von Georg Friedrich Händels Oratorium „Israel in Egypt“, das im Anschluss in der Stadthalle aufgeführt wird. Aleida und Jan Assmann, die über Jahrzehnte in Heidelberg gelebt und gewirkt haben, sind 2018 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden.

Das lange Wochenende „Neuland.Lied“ (21. bis 24. März) widmet sich vor dem Hintergrund des Leitgedankens „Wie wollen wir leben?“ dem politischen Lied. Dieser Begriff wird weit gefasst: Die Macht des Liedes lässt sich zu allen Zeiten politisch instrumentalisieren. Es kann Gemeinschaft und Solidarität stiften, von utopischer Schönheit sein, Poesie und Witz versprühen, aber auch anti-aufklärerisch, abstumpfend und verdummend wirken. Dafür sind gemeinsam mit herausragenden Sängern eigens für das Festival entwickelte Programme entstanden, u.a. mit Benjamin Appl, Daniel Behle und Julian Prégardien, die die universelle Kraft des Liedes beleuchten.

Das Kammermusikfest „Standpunkte“ (4. bis 7. April) steht 2019 unter der Überschrift „Lebensentwürfe“. Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter der Kammermusik Akademie Igor Levit sind Programme entstanden, die mit musikalischen Mitteln individuelle Lebensentwürfe aus unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten. Sie tauchen unmittelbar in die Auseinandersetzung mit der Leitfrage des „Heidelberger Frühling“ 2019 ein: Wie wollten wir leben, wenn wir in einem anderen politischen System existierten? Wie, wenn wir Kind wären? Welche Lebensentwürfe haben Extremisten und Attentäter? Dafür verbinden sich die StipendiatInnen der Kammermusik Akademie des „Heidelberger Frühling“ und StipendiatInnen der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker mit arrivierten Künstlern wie Markus Hinterhäuser, Alisa Weilerstein, Tianwa Yang, Alexej Gerassimez, Quatuor Debussy, Mavie Hörbiger oder Sebastian Koch.

Auch die Festival Akademien „Lied“ mit Thomas Hampson und „Musikjournalismus“ unter der Leitung von Eleonore Büning finden im „Heidelberger Frühling“ 2019 erneut ihren festen Platz.

John Gilhooly, Künstlerischer Leiter der Londoner Wigmore Hall und Vorsitzender der Royal Philharmonic Society, erhält den mit 10.000 Euro dotierten und von HeidelbergCement gestifteten Musikpreis des „Heidelberger Frühling“ 2019, der jährlich an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich substanziell und nachhaltig für die Vermittlung von klassischer Musik einsetzen. „Dank John Gilhoolys kluger, anspruchsvoller und risikofreudiger Programmgestaltung sowie beispielhaften Musikvermittlungsformaten öffnet die Wigmore Hall einem breiten Publikum die Tür zur klassischen Musik. Hier trifft das kundige Kernpublikum auf den neugierigen Ersthörer, Klassikeinsteiger von heute werden zu Kennern von morgen.“, lautet die Begründung für die Auszeichnung. Die Preisverleihung findet am 7. April statt, die Laudatio hält Intendant Thorsten Schmidt.

Auf den Bühnen des „Heidelberger Frühling“ werden wieder internationale Künstlergrößen zu Gast sein: Das Orchestra in Residence des „Heidelberger Frühling“, das Mahler Chamber Orchestra und Mitsuko Uchida, Yefim Bronfman, der beim Festival debütiert, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Maximilian Hornung, die Amsterdam Sinfonietta, am Abend des Brexit-Tages Anima Eterna Brugge, das Bergen Philharmonic Orchestra mit Truls Mørk, Thomas Quasthoff sowie die Münchner Philharmoniker mit Anja Harteros, die ihr einziges Gastspiel mit dem Programm des Abends beim Festivalfinale des „Heidelberger Frühling“ 2019 geben.

Weitere Informationen unter https://www.heidelberger-fruehling.de

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Cindy Sherman mit Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt bedacht

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig hat am Dienstag, 12. Februar, den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt an die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman verliehen. Im Kaisersaal des Frankfurter Römers wurde Cindy Sherman de mit 50.000 Euro dotierte Preis für ihr Lebenswerk vor rund 250 geladenen Gästen aus Politik, Kultur und Gesellschaft übergeben. Sie trug sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt ein.

Cindy Sherman gilt als Schlüsselfigur der konzeptuellen Fotografie. In ihrem Werk verhandelt sie die Repräsentation der Frau in einer von Konsum und Medientechnologie getriebenen Gesellschaft und hinterfragt tradierte, vor allem männlich geprägte Sehgewohnheiten und einen nicht selten voyeuristischen Blick auf die Frau.

Kulturdezernentin Hartwig dankte den Kuratoriumsmitgliedern für ihre hervorragende Entscheidung: „Die Wahl der Jury, den Max-Beckmann-Preis der amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman zu verleihen, ist nicht nur die Würdigung ihres Werkes, das mit seiner Bildsprache bahnbrechend ist, sondern es bedeutet auch die Verbindung von Europa nach Amerika zu halten. Cindy Sherman kommt aus New York zu uns, Max Beckmann musste die Alte Welt verlassen, um in eben dieser Millionenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg dauerhaft Exil zu finden. Er hat als Künstler über die Grenzen hinaus den Grundstein für Frankfurt als Stadt der Künste gelegt. Diese Preisverleihung ist gleichzeitig ein Bekenntnis zur traditionellen deutsch-amerikanischen Freundschaft und Wertegemeinschaft in diesen politisch schwierigen Zeiten – eine Wertegemeinschaft, zu der nicht nur Meinungsfreiheit zählt, sondern auch über alle Schranken hinweg die Freiheit der Künste.“

Die Laudatio hielt der Kunstkritiker und Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Kolja Reichert, der in seiner Rede das Werk und Wirken Shermans charakterisierte: „Cindy Sherman hat sich nicht nur über die Kultur lustig gemacht. Sie hat sie verändert. Sie hat uns das Gegengift geschenkt gegen alles Falsche, alle irreführenden Illusionen, gegen die Manipulation durch Bilder, gegen die Objektivierung des weiblichen Körpers, gegen die Einschüchterung durch Luxus, Reichtum und Glamour. Sie verwirrt uns mit ihren rätselhaften Bildern, an denen das Rätselhafteste ist, dass in ihnen nichts rätselhaft ist, weil alles offen daliegt“, so Reichert. „Das ist die Bedrohung, die von ihren Bildern ausgeht: Sie sind wie Laufmaschen, von denen aus sich die gewohnte Welt auftrennen könnte.“

Cindy Sherman sprach im Anschluss zu den Gästen und dem versammelten Kuratorium im Kaisersaal und bedankte sich für die Auszeichnung der Stadt Frankfurt am Tag des Geburtstages von Max Beckmann: „Es ist eine große Ehre für mich hier zu sein und den Preis entgegen nehmen zu dürfen. Max Beckmann hatte einen großen Einfluss auf mich und meine Arbeit! Herzlichen Glückwunsch Max Beckmann.“ Max Beckmann, der von 1925 bis 1933 als Künstler und Lehrer an der Städelschule gearbeitet hat, gehört zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts. Ihm zu Ehren hat die Stadt 1976 den nach ihm benannten Preis eingerichtet, der im drei Jahres Turnus verliehen wird. Mit dem Preis ehrt die Stadt hervorragende Leistungen in den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei und Architektur.

Weitere Informationen unter https://www.fkv.de/press/max-beckmann-preis/

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