Wilhelm Lehmbruck in der Staatsgalerie Stutgart von 28.9.18 – 24.2.19

Seit 1949 befinden sich zahlreiche Werke von Wilhelm Lehmbruck als Dauerleihgaben in der Stuttgarter Staatsgalerie. Mit dem Erwerb von drei Plastiken und 69 Arbeiten auf Papier besitzt das Haus nun die meisten Werke dieses bedeutenden Bildhauers nach dem Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg.

Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) zählt zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Sein Oeuvre umfasst ca. 100 Skulpturen, mehr als 1.000 Zeichnungen, 80 Gemälde und großformatige Zeichnungen und 200 Druckgraphiken. Diese Vielseitigkeit und das Erproben verschiedener Techniken und Materialien sind charakteristisch für die Generation der Expressionisten. Ausgehend von dem spektakulären Zugewinn spürt die Ausstellung »Wilhelm Lehmbruck. Variation und Vollendung« der Arbeitsweise des Künstlers nach und nimmt die Beziehung zwischen Form und Material in den Blick. Plastiken wie die »Große Sinnende« oder der »Emporsteigende Jüngling« wurden von Lehmbruck fragmentiert und in verschiedenen Materialvarianten durchgespielt. Aufgrund der wenigen zu Lebzeiten entstandenen Güsse hat eine solche Annäherung an sein Werk bisher noch nicht stattgefunden.

Begleitend zur Präsentation im Barth-Flügel sind im Graphik-Kabinett im zweiten Teil der Ausstellung in »Die Bedeutung der Linie« Arbeiten auf Papier von Wilhelm Lehmbruck zu sehen. Die Radierung nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein; mit der Stahlnadel schafft er die unmittelbare, oftmals skizzenhafte Umsetzung seiner Ideen. Der Mensch steht auch hierbei immer im Zentrum seines künstlerischen Interesses. Einfühlsam und ausdrucksstark zugleich zeigen seine Figuren die unterschiedlichen Facetten menschlicher Emotionen.

| Suttgarter Staatsgalerie

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Staatsgalerie Stuttgart Ausstellung: The Great Graphic Boom – Amerikanische Kunst 1960 – 1990

Die Staatsgalerie Stuttgart zeigt in Kooperation mit dem National Museum Oslo außergewöhnliche Werke der amerikanischen Druckgraphik von 1960 bis 1990. Die Ausstellung präsentiert mit rund 170 Blättern in eindrucksvoller Breite die verschiedensten Stilrichtungen und Ausprägungen der amerikanischen Druckgraphik und deren Etablierung zu einer eigenständigen Kunstform.

Die Druckgraphik diente in der Vergangenheit vor allem dazu, religiöse oder politische Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen und war ein wichtiges Kommunikationsmittel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es vor allem die deutschen Expressionisten, die sich massiv dieser Technik widmeten. Ende der 1950er-Jahre erlebte auch die USA einen wahren »Graphic Boom«. Zu diesem Zeitpunkt begannen die bedeutendsten Künstler der amerikanischen Avantgarde, vertreten durch Abstrakten Expressionismus, Hard Edge, Pop Art, Minimal Art und andere Stilrichtungen, mit verschiedensten Drucktechniken zu arbeiten bzw. zu experimentieren. Eigens auf Druckgraphik spezialisierte Verlage wie Universal Limited Art Editions (ULAE) in New York, gegründet 1957 von Tatyana Grosman, oder die seit 1966 bestehende GEMINI G.E.L (Graphic Editions Limited) in Los Angeles spielten dabei eine besondere Rolle, vor allem in ihrem hohen Anspruch an die Druckkunst. Einzelblätter, Portfolios und Künstlerbücher entstanden in großer Zahl. Insbesondere die Künstler der Pop Art reagierten damit auf die industrielle Massenfertigung wie auch die Werbesprache der Medien.

Die meisten der Künstler hatten sich bereits als Maler etabliert. In den bevorzugten Medien der Lithographie wie dem Siebdruck aber auch anderen Drucktechniken schufen sie daneben eigenständige Kunstformen, mit denen sie in die Fußstapfen der Pioniere moderner Graphik wie Paul Gauguin, Edvard Munch und Pablo Picasso traten.

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Stuttgarter Staatsgalerie: Künstlergespräch mit Karsten Krause am 1. Juni 2017

Künstlergespräch mit Karsten Krause - Filmstill

»Arrangement of Skin«

Unter dem Titel »Museum Matters« konzentriert sich unsere aktuelle Reihe der Videobox auf Arbeiten von jüngeren wie etablierten Künstlern und Filmemachern, die das Museum zu ihrem Gegenstand machen. Dokumentarisch, experimentell, essayistisch oder narrativ nehmen sie Museen, ihre Ansätze, Präsentationen und Formen der Vermittlung in den Blick, um Bedingungen von Sammlungen sichtbar zu machen und alternative Archive herauszufordern.

Für seine Arbeit »Arrangement of Skin« war der Künstler Karsten Krause im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart und in der Wilhelma unterwegs und hat diese »Archive des Lebens« mit seiner Kamera erkundet. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Video, das vom Widerspruch zwischen naturwissenschaftlicher Neutralität und gestalterischer Interpretation sowie von der Imaginationslust von Forschung, Museen und Besuchern erzählt. Über diesen Widerspruch unterhalten sich Karsten Krause und Jan Panniger vom Staatlichen Museum für Naturkunde, Stuttgart, der als Präparator selbst beide Sichtweisen in seiner Arbeit vereinbaren muss.

Eine Veranstaltung zur Film- und Videoreihe »Museum Matters« in der Videobox.
Moderation: Alice Koegel

Donnerstag, 1. Juni 2017, 18.30 Uhr, Eintritt frei

| www.staatsgalerie.de