Norman Seeff – Fotografien im rem: The Look of Sound

 

Künstlerporträts von Patti Smith bis Ray Charles

Weltweit erste Norman Seeff-Ausstellung in Mannheim

 

Ab 28. September 2014 kommen in Mannheim sowohl Liebhaber klassischer Schwarz-Weiß- Fotografie als auch Rockmusik-Fans auf ihre Kosten. ZEPHYR – Raum für Fotografie der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen zeigt weltweit erstmals eine umfangreiche Präsentation mit Werken von Norman Seeff. Er zählt seit mehreren Jahrzehnten zu den berühmtesten Porträtfotografen der USA und lichtete viele Größen des Showbiz in seiner unnachahmlichen Weise ab.

Die Ausstellung „The Look of Sound“ vereint mehr als 150 Künstlerporträts, darunter größtenteils originale Vintage Prints. Die Besucher stehen dem Who is Who der Musikszene in den 1960er bis 1980er Jahren gegenüber. Neben Musiklegenden wie Patti Smith, Tina Turner, Michael Jackson, den Rolling Stones, Johnny Cash, Ray Charles, Miles Davis und Frank Zappa setzte Seeff zudem Persönlichkeiten wie den Pop-Art-Künstler Andy Warhol, Apple-Mitgründer Steve Jobs und den Dirigenten Zubin Mehta in Szene. Seeffs Porträts bestechen durch ihre spontane Lebendigkeit und schenken dem Betrachter einen tiefen Einblick in die Bildästhetik und Musikkultur einer Ära. Die spektakuläre Ausstellung ist bis 25. Januar 2015 zu sehen. Hauptsponsor der Schau ist die BASF SE.

Norman Seeff wurde 1939 in Südafrika geboren. Er trat zunächst in die Fußstapfen seines Vaters und arbeitete mehrere Jahre als Arzt. Ohne eine künstlerische Ausbildung wanderte Seeff Ende der 1960er Jahre in die USA aus und versuchte sich dort als Fotograf durchzuschlagen. Bereits mit seinem ersten Auftrag schaffte er den Durchbruch: Seine Arbeit für das Album „Stage Fright“ von „The Band“ wurde als Poster produziert und war bald ein begehrtes Sammlerstück. Rasch stieg er zu einem Star der Fotografenszene auf und wurde schließlich Artdirector von United Artists und dem Jazzlabel Blue Note.

Seeff setzt auf Spontanität. Es gelingt ihm, dass die Porträtierten die Kamera vergessen. Er baut eine persönliche Beziehung zu seinem Gegenüber auf, die sich auf seine Fotografien überträgt. Er unterhält sich mit ihnen, lässt sie tanzen und singen. In seinen Bildern ist die unmittelbare und ungezwungene Nähe spürbar.

Seeff ließ die Fotoshootings häufig filmen und fragte die Porträtierten, was ihnen Kreativität bedeutet. Ganz darauf konzentriert, fotografiert zu werden, antworteten sie unbefangen, spontan und frei. Die Mitschnitte gewähren einen überraschenden Blick in die Seele der Künstler und lassen den Betrachter an der Arbeit des Fotografen mit seinen Modellen teilhaben. Aus diesen Gesprächen entstand auf zahllosen Filmrollen ein einzigartiges Dokument. In der Ausstellung sind auf 20 Monitoren Auszüge zu sehen. Teilweise wurden die Filme erst jetzt entwickelt. Viele der Interviews wurden noch nie zuvor gezeigt.

Der Katalog zu „The Look of Sound“ erscheint im Kehrer Verlag.

 

www.rem-mannheim.de / www.zephyr-mannheim.de

 

28.09.2014 – 25.01.2015

ZEPHYR – Raum für Fotografie
Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Museum Bassermannhaus C4,9

Guru Guru im Karlstorbahnhof Heidelberg am 14.12.2013

Guru Guru – Foto Schindelbeck

 

Karlstorbahnhof Heidelberg, Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg, Tel.: +49 (0) 6221 – 97 89 11

 

GURU GURU

Support: Glaswald / Krautrock

Guru Guru gehört zum Urgestein deutscher progressiver Rockmusik – dieses Jahr feiern sie ihr 45-jähriges Bühnenjubiläum. Passend dazu erscheint das 30. Album der Band mit dem Titel „Electric Cats“. Die Band um den Ausnahme-Schlagzeuger Mani Neumeier zählt zu den ältesten deutschen Rockbands und ist unbestritten eine lebende Legende. Bereits Anfang der 70er Jahre haben Guru Guru den Begriff „Deutsch-Rock“ entscheidend mitgeprägt. Sie schufen eine deutsche Untergrundszene, die nicht von amerikanischen Vorbildern beeinflusst war. Der experimentelle Stil, Sound-Collagen, unmelodisch strukturierte Musik und Geräusche werden heute als die Geburt der industriellen elektronischen Musik gesehen. Guru Guru veröffentlichte einige der innovativsten Alben deutscher Musikgeschichte, denn ihre Musik kannte keine Grenzen. Ohne die geringste Lust, sich irgendwann nur noch selbst zu zitieren, war Oberguru Mani Neumeier immer bereit, alles über den Haufen zu werfen und aus der endlosen Kette stets neuer Ideen die nächste herauszupicken. „Nur nicht im Museum landen!“ lautet das Motto (auch wenn Neumeier seit 1996 als erster deutscher Musiker als Wachsfigur in einem Museum in Tokio steht). Mani Neumeier ist es über die Jahrzehnte gelungen, die chamäleonhafte Wandlungsfähigkeit seiner Gruppe zum Grundprinzip der künstlerischen Arbeit zu machen. Guru Guru’s Music war und ist wie brodelnde Lava, man weiß nie so genau wohin ihr Weg führt und was daraus am Ende wird. Eine überaus gelungene und seltene Mixtur von handwerklicher Extraklasse voll musikalischer Vielfalt; meist reichlich gewürzt mit erfrischendem Humor, hochkarätigem Rock, einer Prise Electronic- & Worldmusic, kreativen Jazzroots und einem sympathisch anarchischen Lebensfeeling.

Mani Neumeier dr / perc / voc
Roland Schaeffer g / sax / nadaswaram / voc
Peter Kühmstedt b / voc
Hans Reffert g / lapsteel / voc

 

Sammlung Prinzhorn: Ausstellung Georg Müller vom Siel (1865-1939) – Sinnsuche in der Psychiatrie

12. Dezember bis 13. April

Erstmalig zeigt die Sammlung Prinzhorn das sensationelle Spätwerk des norddeutschen Malers Georg Müller vom Siel (1865-1939). Die Leihgaben stammen aus dem Oldenburger Landesmuseum. Der sonst als bedeutender Landschafter des späten 19. Jahrhunderts bekannte Künstler ist hier mit bildlichen Spekulationen über die Stellung des Menschen in der Welt zu sehen. Die Aquarelle zeigen in freier Anordnung abstrakte Formen, Figuren und Text. Geschaffen wurden sie in der Nervenheilanstalt Wehnen, wo Müller vom Siel von 1909 bis zu seinem Hungertod 1939 lebte. Weitere Werke mit ontologischer Thematik aus der Sammlung Prinzhorn und von anderen Künstlern, die eine ähnliche Formensprache verwenden, verdeutlichen den historischen Kontext.

| Sammlung Prinzhorn, Heidelberg